Düstere Zeiten für PV-Anlagenbetreiber

Wieder einmal, ein nicht so positive Überraschung: Vor zwei Tagen berichtet die FAZ, dass die derzeitige Regierung plant, die sogenannte EEG-Umlage auch auf kleine PV-Anlagen unter 10 kWp auszuweiten. Bisher sind Betreiber solcher kleiner, meist auf Ein- und Zweifamilienhäusern verbauten Anlagen ausgenommen.

Konkret bedeutet dies, dass auch wir, mit unseren geplanten 3,06 kWp zukünftig in den Genuss kommen diese „Strafe“ zu entrichten. Da es alle Anlagen mit Genehmigung nach dem 23. Januar 2014 betrifft, ist es für uns gleichgültig ob die Anlage noch 2014 oder erst 2015 fertiggestellt wird.

Ein kleines Rechenbeispiel, mit geplanten 3,06 kWp können wir mit einer Mehrbelastung von € 76,50 p.a. rechnen. Mit einem Solarspeicher, wie bei uns geplant ist man hier „doppelt der Mops“, da nicht nur die paar eingespeisten Killowattstunden nicht mehr mit 13 Cent, sondern nur noch mit 9,5 Cent vergütet werden, auch aus dem Speicher verbrauchte Killowattstunde mit dieser Strafgebühr belegt wird.  Je nachdem wie wenig Strom tatsächlich eingespeist wird, könnte dies bedeuten, dass der Betrieb der PV-Anlage ein finanzielles Ad absurdum wird.

Bedenkt man, dass man sich nun noch zusätzlich steuerlich als Gewerbetreibender melden muss, Gewerbesteuer entrichtet, Umsatzsteuer abführt und ggf. einen Steuerberater für die buchhalterischen Aufgaben bezahlt, stellt sich die  Frage ob wir die geplante PV-Anlage tatsächlich realisieren sollen oder anstelle der Investitionssumme von knapp 17.000 € nicht einfach zwei gigantische Dachflächenfenster verbauen sollen. Das geplante Häuschen wäre sicherlich wesentlich hübscher anzuschauen und die Wartungskosten für die PV-Anlage fallen ebenso nicht ins Gewicht.

Würde sich die Umlage auf die reinen eingespeisten Kilowattstunden beziehen, wäre dies vielleicht noch hinzunehmen. Als Selbstverbraucher von Sonnenregie jedoch bestraft zu werden, spricht gegen sämtliche Intentionen einer Marktwirtschaft: Sonnenlicht, verliert durch diese Umlage für Selbstverbraucher seinen Status als freies Gut. Die Verwendung von Sonnenlicht zum Eigenverbrauch hängt nun nämlich von seinen Möglichkeiten ab, diese selbst erzeugten und verbrauchten Killowattstunden entsprechend dem Staat gegenüber zu begleichen und ist somit. Vielleicht wäre es ratsam zukünftig doch ein studierten Betriebs- oder Volkswirt an die Stelle des Bundeswirtschaftsministers zu setzen und nicht einen Germanisten und Soziologen. Für uns ist es derzeit schwer vorzustellen, dass diese Entscheidung der Photovoltaikbranche zuträglich sein wird.

Bleibt abzuwarten, ob und wie sich die Opositon in diesem Fall durchsetzen kann. Für uns hängt davon mitunter die Entscheidung ab, ob wir tatsächlich die PV-Anlage  installieren oder nicht. Nach der Abstimmung am 27.Juni werden wir auf jeden Fall noch einmal alles durchrechnen und der er KfW-Förderung, den Anschaffungs- und Betriebskosten und den zukünftigen Umlagen gegenüberstellen. Diese würde über die Kreditlaufzeit gerechnet, gerade dazu ausreichen um die EEG-Umlage zu entrichten, spätestens ab dann wäre der Eigenverbrauch vielleicht ein Verlustgeschäft. Zum Glück können wir bis zum Einreichen des Bauantrags unsere Ausstattung bei Danhaus abändern.

Quelle 1: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/eeg-umlage-eigenerzeuger-muessen-einheitliche-oekostromumlage-zahlen-12985095.html
Quelle 2: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/eeg-wuetende-proteste-gegen-solar-plan-12986570.html

3 Antworten auf „Düstere Zeiten für PV-Anlagenbetreiber“

  1. Wir haben uns damals ganz bewusst gegen einen Photovoltaikanlage auf dem Dach entschieden.

    Sieht in meinen Augen zunächst mal gar nicht schön aus.

    Dann kostet das bei Danhaus eine ganze Stange Geld; 17.000€ wollten Danhaus dann bei uns auch dafür haben. Für 4*4 qm (glaube das waren die Maße) ziemlich heftig.

    Ob sich dieser Betrag jemals rechnet steht in den Sternen. Klar, man produziert seinen eigenen Strom, so dass der monatliche Abschlag gering sein dürfte. Allerdings muss die Anlage gewartet werden, Reparaturen können nicht ausgeschlossen werden und auch der Stromspeicher, wohl eine Art akku, hält nicht ewig. Neuanschaffung nach ca 10 Jahren sagte man uns.

    Wenn man das zusammenrechnet rentiert sich die ganze Geschichte frühestens in 15-20 Jahren.

    Daher haben wir das letztendlich gelassen.

    1. Uns geht es so ähnlich, auf der einen Seite wäre es zwar „lustig“ den eigenen Strom zu erzeugen, auf der anderen Seite sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen mehr als abschreckend. Investition in PV-Anlage und Speicher, das gesamte steuerliche Drumherum als Gewerbetreibender, jetzt noch die EEG-Umlage. Im Moment rechnen wir aufgrund des Einsatzes eines Speichers mit deutliche weniger als 50€ Umsatz durch die Einspeisung in Netz. Unsere aktuelle Abschlagszahlung beträgt ca. 95€. Die würde vielleicht 30-50€ geringer ausfallen. Dann kommen ca. 50-60€ für den Steuerberater, der sich um die monatliche Buchführung, Umsatzsteuervoranmeldung etc. kümmert. Dann nochmal ein paar hundert Euro für den Jahresabschluss. Selbst wenn wir schaffen würden monatlich 100€ bei der Abschlagszahlung zu sparen, würde dies direkt in die Anuitätenzahlung des KfW-Kredits fließen. Am Ende wäre also nichts gewonnen. Alles zusammen mehr als unbefriedigend. Es erscheint als möchte man in der Politik keine Selbstverbraucher im Rahmen der sog. Energiewende fördern. Rechnet man nun die EEG-Umlage (bei uns 75€ pro Jahr) auf die KfW-Förderung bleiben davon rein rechnerisch nur 60% übrig.

      Der einzige Grund, weshalb ich die PV-Anlage derzeit doch in Erwägung ziehe ist der Grund, als PV-Anlagenbetreiber jede auch nur so kleine Rechnung, die mit Betrieb und Instandhaltung zu tun hat, als Gewerbetreibender geltend zu machen. Wenn hierdurch genügend Verlust zu Stande kommt, könnte dieser bei der jährlichen Steuererklärung zu Steuerrückzahlungen führen. Wenn man allein die Abschreibungen betrachtet sollte dies ohne Probleme möglich sein.

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