Achtung Baustelle

Im April wurde es bei uns nochmals eisig kalt. Also, warum nicht nochmal den Kingfire anfeuern und sich über die wohlige Wärme freuen? Während der Ofen langsam vor sich hin glüht, gibt es mitten in der Nacht einen lauten Knall. Die spannende Frage, was war die Ursache? Ein Holzbinder, der beim Austrocknen gesprungen ist, eine geplatzte Wasserleitung? Ein Schaden an der Rohrleitung der Acalor?

Nach längerem Suchen wurde der Übeltäter schnell gefunden. Die Verkleidung unseres Kamines ist im Obergeschoss gerissen. Auf der einen Seite quer, auf der anderen Seite längs. Der Sprung hat selbst die Tabepte auf den Fermacell Platten zerrissen. Außerdem ist auf einer Seite des Kamins die Randfliese abgesprungen.

Also Tapete weg, diesmal haben wir aus Bequemlichkeit  Fermacell Kleber anstelle der Spachtelmasse verwendet. Vorher wurden mit einem Tapetenmesser die Sprünge bzw. Risse etwas geweitet und gesäubert. Der Fermacell Kleber hat sich recht gut mit einer normalen Spachten glatt ziehen lassen. Hierbei sollte man beachten, dass durch das Trocknen bei größeren Flächen durchaus eine Delle entstehen kann. Auch während der Bauphase haben die Zimmerleute an der einen oder anderen Stelle Löcher mit dem Kleber aufgefüllt und dabei immer einiges an Kleber abstehen lassen. Zum Leidwesen des Bauherren, der die ausgehärteten Kleberbrocken abschleifen durfte.

Die abgesprungene Randfliese wurde dieses Mal mit Silikon an das Fermacell geklept. Das hällt, und sollte zukünftig den Spannungen am Kamin besser nachgeben als der Fliesenkleber.

Um die Wand für die Grundierung vorzubereiten haben wir uns einen Bosch PMF Universal Werkzeug zugelegt. Aus verschiedenen Geräten hat uns das das Bosch Werkzeug am meisten zugesagt.  Das Gerät passt auch in das strapazierte Bauherrenbudget und das notwendige Zubehör erhält man ohne Probleme im Baumarkt um die Ecke. Damit lassen sich die kleinen Flächen, insbesondere in den Ecken wunderbar bearbeiten. Außerdem kann das Gerät zum Sägen und Trennen verwendet werden. Ein ähnliches Gerät von der Firma Fein haben wir bereits für den Einbau unserer Küche verwendet.

Das Universalgerät kommt direkt mit Trennbättern und Schleifpapier. DIe Aufsätze lassen sich einfach mit einem Innensechskantschlüssel tauschen – den wir aber erst haben suchen müssen. Den Schlüssel haben wir dann direkt am Stromkabel gefunden. Da hat sich Bosch etwas Gutes einfallen lassen, damit man den Schlüssel nicht mehr verliert. Wenn man erst einmal weiß, wo man suchen muss, findet man den Schlüssel auch gleich wieder.

Als besonderes Gimick hat das Gerät an der Seite ein Schraubgewinde. Hier lassen sich die Griffe andere Boschgeräte, z.B. von einem Winkelschleifer einschrauben. Damit hat man das Werkzeug beim Sägen oder Trennen gut im Griff. Damit ist die Boschfamilie im Werkzeugregal wieder um ein wertvolles Mitglied gewachsen.

Nach dem Schleifen der neuen Fugen haben wir nochmals grundiert. Wir verwenden dafür wieder WP-Uni von Krautol. Die Grundierung wurde uns shcon beim Hausbau von unserem lokalen Baustoffhändler empfohlen. Nachdem wir nun schon das erste Mal Tapete wieder von der Wand ziehen durften, lautet das Urteil: Tapete nur noch mit WP-Uni. So schnell kann es also passieren, dass das nagelneue Haus schon wieder wie eine Baustelle aussieht.

Ein Glück, dass das ZImmer nach nur einem Jahr sowieso umgebaut werden sollte – in ein Kinderzimmer. Also nutzten wir die Gelgenheit gleich die  Wand in einer neuen, passenderen Farbe zu tapezieren.

Da wir inzwischen so viel Übung im Möbelaufbauen haben, sind wir gleich im Anschluss noch in unser Lieblingseinrichtungshaus gefahren und haben die notwendigsten Möbel besorgt, damit sich Frau nun im Zimmer austoben kann.

Die Sache mit dem Silikon

Vor Kurzem haben wir erst ein einem Bericht gehört: Silikon sei der Fluch des Handwerkszunft. Immer wenn die Kunst des Handwerks nicht mehr ausreicht, wird zu Silikon gegriffen… dann und für dauerelastische Fugen in Feuchträumen… oder eben bei Anschlüssen im Fugenbereich.

Wir hatten lange überlegt, ob wir zur gewöhnlichen Silikonfuge oder zu einer Entkopplungsleiste z.B. der Firma Schlüter greifen sollten. Letzteres ist zwar schick abzusehen, aber in unserem Fall nicht zwingend von Vorteil. Wir rechnen damit, dass sich aufgrund der Isolierung unter dem schwimmenden Estrich, unser Fußboden über die Jahre bis zu 10mm senkt. Da reicht die Toleranz der Leiste vielleicht, vielleicht aber auch nicht.  Würden wir hier eine Leiste verlegen, würde diese entweder an der Sockelleiste oder an der Fliese irgendwann reißen. Im schlimmsten Fall beides, aber dann eben mal so oder mal so. Da wir mit de Danhaus Isolierung extra viel Isolierung unter dem Estrich haben, kann das Polystyrol eben auch extra viel schrumpfen… Daher habe wir die Sockelleiste auch sehr sehr knapp an die Fliese gelegt und die Fuge minimal gehalten.

Und da wir es nun handwerklich auch nicht besser wissen, haben auch wir hier zur Silikonspritze gegriffen, denn auch Fugenmörtel zwischen Sockelleiste und Fliese macht kein Sinn. Einerseits aufgrund des bereits zuvor genannten Grunds, zum anderen, da hierdurch eine Schallbrücke entsteht. Laufgeräusche können sich so über die Wände übertragen.

Da Übung bekanntlich den Meister macht, sind wir inzwischen in Umgang mit Silikonspritze und Glättmittel geübt. Hier haben wir einige Tricks gelernt, die beim Umgang mit Silikon hilfreich sind.

Silikon... bäh!Das Material

Nur auf hochwertige Materialien zurückgreifen. Nicht das billige Zeug aus dem Baumarkt, besser man lässt sich im Fachhandel (Baustoffmarkt) beraten. Wir haben Silikon der Firma Otto Chemie verwendet. Kostet zwar mehr, ist aber sehr gut zu verarbeiten. Außerdem bekommen wir hier exakt den Farbton unseres Fliesenmörtes. Dazu gab es noch das zugehörige Glättmittel, auf das man auf keinen Fall verzichten sollte.

Das Werkzeug

Fugenglätter oder Abzieher aus Silikon. Eine Industriesprühflasche, eine hochwertige Spritzpistole und Unmengen an Küchenrollen.

Das Fugenziehen

Klingt ganz einfach, und ist es mit etwas Übung und dem Werkzeug auch. Mit der Spitze wird das Silikon entlang der Ecken gespritzt. Danach mit mit Glättmittel einsprühen und dann möglichst in einem Schwung mit dem Abzieher drüber.

SilkonfugeDer Trick liegt im Glättmittel: Das Silikon klebt nur da, wo es aufgespritzt wurde. Alles was mit dem Glättmittel benetzt ist bleibt vom Silikon verschont. Ohne erweist sich das Silikon als wahres Teufelszeug: klebt überall und ist nahezu nicht mehr zu entfernen. Die Erfahrung hat wohl jeder schon gemacht. Selbst beim Abziehen gibt das Silikon dank Glättmittel kaum klebende Silikonbällchen, die man mit der Küchenrolle vom Abzieher einfach abwischen kann.

Die Kollateralschäden, die sonst beim Arbeiten mit Silikon auftreten lassen sich hier fast vollständig vermeiden. Ohne das Glättmittel erweist sich das Silikon einfach nur als ganz großes Bäh!

Die Nopes

Nachglätten mit dem Finger oder den Fugenglättern verschlimmert das Ergebnis in aller Regel. Zumindest bei uns hat das in den seltensten Fällen geklappt. Lieber das Ganze sauber entfernen und am Tag später nochmal probieren. Vor allem das Glättmittel vorher abwischen.

Spülmittel sollte man auch nicht zum Glätten verwenden, denn das Spülmittel zerstört die fungizide Eigenschaften des Silikons. Außer man verwendet das billige Zeug… da ist aber vermutlich schon alles verloren…

Nachmodellieren wenn sich eine Haut bildet, ist der Super-GAU für die Silikofuge. Das hochwertige Material von Otto Chemie lässt sich ca. 10 Minuten lang bearbeiten, danach bildet sich eine Haut an der Oberfläche. Ab dann ist Hopfen und Malz verloren wenn man noch versucht daran rumzufummeln… Lieber das Ganze sauber entfernen und am Tag… naja, das hatten wir schon mal….

Und da dauerelastische Fugen heutzutage Wartungsfugen heißen, sehen wir uns in fünf Jahren sowieso wieder… dann gibt es ein Bericht darüber, wie man derer gleichen wieder entfernt…

 

 

 

 

 

Spachtelattacke

Während der Estrich so langsam vor sich hin trocknet, haben wir von unserem Bauleiter das OK bekommen, mit den Spachtelarbeiten anzufangen. Diese haben wir nicht an eine Firma vergeben, sondern kümmern uns selbst darum . Zum Glück ist es nicht der erste Trockenbau, daher wissen wir, was auf uns zu kommt.

Im Vorfeld haben wir uns für die Schleifarbeiten das Bosch HomeSeries PWR 180 CE Wandbearbeitungssystem zugelegt.  In unserem Fall sogar die 200 € teurere Variante mit Staubbox. Quasi ein Geschenk des Bauherren an den Bauherren.

Bosch PWR 180 CEZuerst ging es also an die Vorbereitung. Zunächst mussten erst einmal alle Wände von überschüssigem Kleber befreit werden. Wo Fermacellplatten ab Werk aufeinander stoßen oder wo die Zimmerleute Wände gebaut haben, werden die Platten in aller Regel verklebt. Überall wo der Kleber heraus quillt, gilt es zunächst einmal die Wände zu entgraten. Am einfachsten geht dies mit einer Abstoßspachtel. Um nichts in der Welt sollte man versucht dies mit einer normalen Spachtel zu machen. Hier geht vermutlich eher die Spachtel zu Bruch, bevor sich auch nur ein Millimeter des Klebers entfernen lässt.

Unsere AbstoßspachtelDie Teile sind wesentlich robuster als herkömmliche Spachteln. angeschliffen und speziell dafür gedacht Klebereste oder auch Bodenbeläge zu entfernen. Im Übrigen eignet sich die Spachtel aus später um die endloses Kleckse Spachtelmasse und Gips vom Fußboden zu entfernen.

Fermacell KleberrestePro Raum kommt dann schon einiges zusammen. Für ein Stockwerk sollte man hier (möchte man sorgfältig arbeiten) einen guten halben Tag rechnen. Empfehlenswert ist hier auch ein Tischlerhammer mit rundem Kopf , mit dem sich noch heraus stehende Klammern im Fermacell versenken lassen. Der Runde Kopf des Hammers macht lediglich Dellen und zerbröselt nicht das Fermacell. Die runden Dellen lassen sich später außerdem sehr gut verspachteln.

Im ersten zweiten Durchgang haben wir dann Fugen, Löcher von den Klammern und Anschlußfugen verspachtelt. Dafür sollte man tunlichst das gute Fermacell Fugenspachtel nehmen, und nicht Knauf oder ähnliches Material. Alternativ haben wir bei den Zimmerleuten Würth Fugenspachtel gesehen, das bei untererem Baustoffhändler jedoch nicht lieferbar ist.

Fermacell FugenspachtelWir haben von Bauherren gehört, die die Fermacellplatten aus Kostengründen mit Knaufmaterial verspachtelt hatten, und sich am Ende gewundert haben, dass das ganze Material nach dem Trocknen wieder aus den Fugen gefallen ist.

Für alle Fugen an der Decke und an den Wandecken verwenden die meisten Bauherren Acryl. Wir haben für uns leider die Erfahrung gemacht, dass Acrylfugen nach einigen Jahren ihre strukturelle Integrität verlieren und in sich fallen. Außerdem fallen hier wohl 50 bis 100 Tuben Acryl und Kilometer von Küchentüchern an.

Alternativ, kann bei Fermacell im Holzbau auch das sog. Anspachteln auf Trennstreifen angewandt werden.

Fermacell - Anspachteln auf TrennstreifenQuelle: FERMACELL im Holzbau – Planung und Verarbeitung

Das kann für Innenecken (Wand-Wand) oder Anschlussteile der Form Wand–Decke und Dachschräge–Wand eingesetzt werden. So findet sich im FERMACELL im Holzbau – Planung und Verarbeitung auch der Hinweis für den späteren Einsatz:

Dieser Anschluss eignet sich für
folgende Oberflächengestaltungen:
Tapeten, Fliesen, Strukturdünnputze,
Anstriche
Die Umsetzung ist zumindest in der Theorie denkbar einfach.
  1. Trennstreifen aufbringen (PE-Folie, Klebeband oder Ölpapier)
  2. Fugenbreite je nach Plattendicke
  3. (siehe Abschnitt 7.2)
  4. Mit FERMACELL Fugenspachtel anspachteln
  5. Überstehenden Trennstreifen mit einem
  6. scharfen Messer abschneiden

Als Trennstreifen haben wir die PE Folie verwendet, die von den Zimmerleuten noch rollenweise übrig war. Fixiert wurde das ganze dann mit Feinkreppband, so dass das Ganze später wieder ohne Probleme weggezogen werden kann.Anspachteln auf TrennstreifenDie Trennstreifen haben überdies noch den Vorteil, dass man die Restliche Wand nicht bekleckert. Die Trennstreifen muss man jedoch bis zum Anstoß einschieben, und bei insgesamt mehr als 100 Metern Ecken, ist das ein ordentliches Rumgefummel.

Nachdem dann alles ordentlich verspachtel und getrocknet war, durfte die Abstoßspachtel in einem dritten Arbeitsgang wieder ran. Alle Spachtelstellen mit der Abstoßspachtel bearbeitet bedeutet, wesentlich weniger Aufwand mit dem Feinspachtel im nächsten Arbeitsgang.

Feinspachteln mit der JapanspachtelJetzt haben wir in Arbeitsgang Nummer Vier alle Stellen mit der Japanspachtel und Fermacell Flächenspachtel nach bearbeitet. An den Stößen von Platten darf es dann auch etwas mehr Spachtelmasse sein. Wir haben wir eine 25cm  und eine 40cm Breitspachtel verwendet um möglichst gerade Übergänge zwischen den Platten zu schaffen.

Auch hier gilt es wieder alles vor dem nächsten und letzten Arbeitsschritt alles durchtrocknen lassen.

Jetzt endlich durfte auch unser Bosch Schleifer sein ran. Bosch PWR 180 CE Wir haben für den ersten Versuch ein 120er Schleifblatt verwendet, da es derzeit kein Nachschub an feinerem Schleifpapier gibt. Die drei Kilogramm des Gerätes merkt man auf jeden Fall. Schlauch und Stromkabel sind mit zweieinhalb Metern relativ knapp, vor allem wenn man auf der Leiter arbeitet.

Für Ecken lässt sich der obere Teil der Schutzgehäuses entfernen. Somit lässt sich auch bis in jede Ecke schleifen.  Dank der Bürsten, kann man das Gerät erst einmal aufsetzen, bevor man es an die Wand oder Decke drückt. Somit setzt die Schleifscheibe immer Plan auf. Versehentlich Rillen  mit der Kante in die Wand zu schleifen war uns somit nicht möglich.hus23_ecken_schleifenDas Schleifgerät ist so schwer, da im inneren eine kleine Turbine sitzt, die den Staub in den Auffangbehälter oder den angeschlossenen Staubsauger befördert. Da wir keinen Feinstaubsauger der Klasse M hatte, haben wir den recht teuren Auffangbehälter mitgekauft. Mit 200 Euro ist dieser für ein Stück Plastik mit Filter recht teuer.

Bosch PWR 180 CE AuffangbehälterAuf jeden Fall ist erfreulicherweise der meiste Staub in dem Behälter gelandet. Nichts im Vergleich von deren Schleifarbeiten, die wir bereits im Trockenbau hatten. Hat sich der Filter einmal vollgesetzt, kann man mit zwei, drei Umdrehungen an einem außen liegenden Rad diesen wieder entstauben ohne den Behälter öffnen zu müssen.

SchleifresteTrotz Staubbehälter haben wir mit  Atemmasken mit Feinstaubfilter gearbeitet.

Atemmaske mit FeinstaubfilterSieht zwar martialisch aus, die Halbmasken sind im Vergleich zu den Einwegmasken aus dem Baumarkt absolut dicht. Die Lungen danken es wohlwollend. Die Masken lassen sich außerdem wiederverwenden und die Filter gibt es im 10er Pack.  Wir haben die Masken gleich als Set bestellt, und haben somit auch noch Filter für Flüssigkeiten bzw. Dämpfe – von den jedoch bei unserem Bau zum Glück keine entstehen. Außerdem empfiehlt es sich bei der Maschine mit Ohropax zu arbeiten. Gerade bei längeren Schleiforgien ist dies wesentlich angenehmer.

Geschafft haben wir in der ersten Runde zunächst die erste Spachtelrunde im Erdgeschoss. Allerdings haben wir den Teil des Hausflures bereits der kompletten Kur unterzogen, da diese Woche bereits die Treppe kommen soll.

hus23_der_geschliffene_treppenbereichIm Bereich der Treppe wollte dann aber nicht mehr mit dem schweren Gerät hantieren. Die Fuge auf dem Bild bleibt übrigens offen – da haben wir vorsichtshalber bei unserem Bauleiter nochmal nachgefragt: Die Fuge darf nicht verspachtelt werden und wird vom Treppenbauer wohl später verblendet.

Nach dem fünf Stufen Programm sind die Wände nun glatt wie ein Kinderpopo…

Was kostet die Anschaffung einer Kettensäge

Kettensägen darf jeder kaufen. Sie fallen weder unter das Waffengesetzt, noch muss man zum Erwerb eine besondere Bescheinigung vorlegen. Da wir inzwischen öfters nach diversen Kosten gefragt wurden, wollten wir an dieser Stelle die Anschaffungskosten einer Kettensäge für den eigenen Bau ans Licht bringen. Dabei spielt die Säge selbst eher eine untergeordnete Rolle, die meisten Kosten entfallen auf die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) – die oftmals unterschätzt werden.

Unser Hintergrund

Da wir kurz dem Grundstückskauf bereits ein Beinahekatastrophenfall hatten und daher zeitnah mit der Rodung des Grundstückes begonnen hatten, war waren wir auch im Zugzwang, das Holz baldmöglichst aufzuarbeiten. Daher stellt sich die Frage nach der Anschaffung einer eigenen Kettensäge, verbunden mit der Frage, was das denn nun wieder alles kostet. Gleichzeitig haben wir bereits erfahren, dass bei der Richtung einiges an Bauholz anfällt und auf dem Grundstück verbleibt. Auch hier soll uns die Kettensäge zur Hand gehen. zu guter Letzt wollen wir auch in den kommenden Jahren selbst Brennholz aufarbeiten. Es gibt eine ganze Reihe von mehr oder weniger bekannten Herstellern. Stihl, Husqvarná und Makita dürften mitunter die bekanntesten Vertreter sein.  Welche sollte es also sein?

Kettensägen von Stihl, Makita und HusqvarnaKettensäge

Wir haben uns für ein günstiges Modell der Firma Stihl entschieden. Konkret das Modell MS 170. Es ist die kleinste Säge der Fa. Stihl, mit ca. 1,6 PS. Die Säge fällt in die Klasse der Farmersägen, und eignet sich in der Regel gut zum Entasten, Baumpflege, dem Sägen von Bauholz aber auch dem Aufarbeiten von Brennholz. Zum Fällen ist die die Säge nur bedingt geeignet, was nicht bedeutet, dass stärkeres Holz nicht auch mit der Säge zu bearbeiten ist. Wir haben damit bereits mittelstarkes Holz mit bis zu 35 cm gefällt. Die Schiene ist lediglich 1,1m breit und somit 1/3 schmäler als die der größeren Modelle. Fällheber und Keil passen meist trotzdem in den Schnitt. Im verpackten Zustand  sieht die Säge dann eher unspektakulär aus.

Kostenpunkt: ca. 230 €

Stil MS 170 verpacktIn der Land- und Forstwirtschaft werden in der Regel leistungsstärkere Modelle eingesetzt, die dann ab 600 € kosten und schnell bei 1.000 € liegen. Für Privat- und Gelegenheitskettensägenführer eher überdimensioniert.

Bei sachgemäßer Pflege und Wartung sollte auch die kleine Stihl ihre 25 Jahre Lebenserwartung haben – und auch mit der Kleinen lässt sich einiges wegschaffen.

Brennholz mit der Stihl 170Sägeketten

Sägeketten sind inzwischen nicht mehr so teuer und liegen meist unter 15 €. Passend zur Kette wird immer eine Führungsschiene benötigt. Hier gilt die Daumenregel alle 4-5 Ketten eine auch die Führungsschiene zu wechseln. Alle 5-8 Betriebsstunden sollte die Kette im Rahmen der Wartung gewendet werden, damit sie sich gleichmäßig abnutzt. Ketten plus Sägen gibt es zum Beispiel von der Firma Kox unter www.kox-direct.de.

Kostenpunkt: ca. 60 €

Betriebsstoffe

Für die Kettensäge werden gleich zwei Betriebsstoffe, nämlich Treibstoff und  Kettenöl benötigt. Als Treibstoff darf auf Forstflächen lediglich Alkylatbenzin verwendet werden, das arm an Abgasen und Schadstoffen verbrennt. Allerdings kosten fünf Liter des bereits fertig gemischten Zweitakttreibstoffs knappe 25 Euro. Wir verwenden hierfür Stihl MotoMix. Gegenüber herkömmlichem Tankstellenbenzin kann das Akylatbenzin jedoch nicht nur drei Monate sondern bis zu zwei Jahren gelagert werden.  Als Kettenöl zur Schmierung darf nur biologisch abbaubares Öl verwendet werden, da dieses aus der Säge nach vorne geschleudert wird. Hier gibt es die 500ml Gebinde ab ca. 5 €. Eine 500ml Flasche reicht bei uns für ca. 6-7 Tankfüllungen. Da sich im Betrieb eine Art Aerosol bildet, um man beim Arbeiten mit der Säge darin rumläuft sollte unter keinen Umständen Altöl verwendet werden. Zündkerzen muss man angeblich mit dem neuen Alkylatbenzin nicht mehr so oft bzw. gar nicht mehr tauschen. Die Zündkerzen scheinen damit wesentlich weniger abzubrennen. Das wird bei uns nur die Zeit zeigen. Aber Zündkerzen kosten in der Regel um die 3 € und sind somit verkraftbar.

Kostenpunkt: ca. 30 €

Werkzeuge

Zum Ketten schärfen eignet sich eine Handfeile, die zur jeweiligen Kette passen muss. Hier gibt es verschiedenste Werkzeuge, Abstandshalter, Feilen usw. Zusätzlich gibt es verschiedene Reinigungswerkzeuge, z.B. Schwertnutreiniger, Tiefenbegrenzlehre und und und. Bis man hier alles zusammen hat, kommen auch schnell nochmals 30-50 € zusammen. Allerdings handelt es sich hier um eine einmalige Anschaffung. Lediglich Ersatzfeilen schlagen im Laufe der Zeit mit 1-2 € pro Feile zu Buche.

Kostenpunkt: ca. 50 €

Hus 23 Oregon SchärfwerkzeugPersönliche Schutzausrüstung (PSA)

Wird im Wald gearbeitet, z.B. Schlagraum oder Polterholz aufgearbeitet, gilt es die entsprechenden Unfallverhütungsvorschriften und Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Dazu gehört auch eine entsprechende Schutzausrüstung:

Ein Forsthelm für ca. 30 € muss alle 5 Jahre ersetzt werden, da dieser nach spätestens 5 Jahren nicht mehr federt, sondern zerspringt, die Schnittschutzhose für ca. 200 € dient als Notbremse für die Säge, wenn man doch das eigene Bein erwischt. Sie hält eigentlich ewig, außer, sie man schneidet eben hinein. Weiterhin schadet zu häufiges Waschen oder zu viel Harz auf der Hose. Nach der 20. Wäsche sollte man die Anschaffung einer neuen Hose in Betracht ziehen, da keine Schutzwirkung mehr gegeben ist. Schnittschutzhandschuhe zum sägen und eventuell ein zweites Paar (z.B. Montagehandschuhe) zum Arbeiten mit dem Holz. Beim Arbeiten mit Holz werden die Handschuhe oft nass und verharzen. Nasse Handschuhe federn keine Vibrationen mehr ab, also ist es hier sinnvoll zwei Paar für die unterschiedlichen Arbeiten mitzuführen. Pro Paar kann hier mit 10 € gerechnet werden.Wir haben inzwischen fast die gesamten Arbeitsbekleidung und -ausrüstung von Engelbert Strauss, so auch die Handschuhe.

Engelbert Strauss Montagehandschuhe in SignalfarbeDie Griffflächen der Handschuhe ist verstärkt, so dass man das Werkzeug oder das Holz hervorragend greifen kann. Sehr praktisch: die Handschuhe sind in Signalfarbe erhältlich.

Engelbert Strauss MontagehandschuheBeim der Arbeit im Wald muss eine Forstjacke in Signalfarben getragen werden. Diese gibt es bereits ab 50 € in verschiedenen Varianten von Bauhaus- bis Profiqualität.  Dann sollte man die Sicherheitsschuhe (S2) oder spezielle Schnittschutzstiefel nicht vergessen. Von der Gummistiefelvariante aus dem Baumarkt wurde uns dringend abgeraten, da viele Verletzungen beim Aufarbeiten von Holz schlicht und weg durch festes Schuhwerk hätten vermieden werden können.

Kostenpunkt: ca. 400 €

Kettensägenschein

Beim Aufarbeiten von Holz im Forst inzwischen Pflicht, auf privatem Gelände nicht zwingend aber empfehlenswert: der Kettensägenschein bzw. Motorsägenführerschein oder auch Motorsägen-Grudlehrgang. Hierbei handelt es sich um einen zweitägigen Kurs, der zumindest die Grundlagen im Umgang mit der Motorsäge, grundlegendem Arbeitsschutz und Sicherheitsvorkehrungen vermittelt. Im Einzelnen umfasst dies die

  • Einführung in die Unfallverhütungsvorschriften
  • Baumbeurteilung, (Baumansprache )
  • Fälltechniken im Schwachholz ( Bedeutung von Fällkerb, Bruchleiste, Bruchstufe)
  • Entastungstechniken
  • Einsatz von technischen Hilfsmitteln
  • Beseitigung von hängengebliebenen Bäumen
  • Ergonomie bei Motorsägearbeiten

Natürlich muss auch gesägt werden und in der Regel werden hier auch ein oder mehrere Bäume gefällt und aufgearbeitet. Nichts im Vergleich zur einer dreijährigen Ausbildung in der Forstwirtschaft, aber die Teilnahme senkt gefühlt das Verletzungsrisiko um den Faktor 10. Tatsächlich hat sich gezeigt, dass selbst Kursteilnehmer mit 10 bis 30 Jahren Sägeerfahrung schlichtweg mit dem Werkzeug nicht umgehen können. Bei uns kann beispielsweise der Kurs beim lokalen Fortwirtschaftsmeister und Ausbilder für Forstwirte gemacht werden. Kostet je nach Anbieter um die 100 €.

Kosten Übersicht

Was Kosten
Säge 230 €
Kette und Schwert 60 €
Betriebsstoffe 30 €
Werkzeug 50 €
PSA 400 €
Kurs 100 €

Natürlich kommt noch so das eine oder andere zusammen. Die Übersicht sollte aber genügen um eine erste Abschätzung zu ermöglichen, welche Kosten auf einen zukommen, sollte man mit dem Erwerb einer Kettensäge liebäugeln. Mit mindestens 1.000 € sollte inklusive PSA, Zubehör und Kurs auf jeden Fall gerechnet werden.

Spaltaxt – Der Testsieger im Praxistest

Nachdem wir ja bereits vor einiger Zeit  die Bäume auf unserem Grundstück gerodet hatten, wird es langsam Zeit das Holz zu spalten, damit es über den Winter bereits austrocknen kann. Also wurde vergangene Woche die Kettensäge angeworfen und die zwei Bäume zu handlichen Stückchen verarbeitet.

Brennholz mit der Stihl 170 Der ganze Haufen muss jetzt auch noch „ofengerecht“ verarbeitet werden. Neben der Stihl MS 170 und der Fiskars X15 haben wir daher uns Holzbearbeitungsportfolio kurzerhand um eine Fiskars X25 Spaltaxt erweitert.

Nachdem das Modell  November Ausgabe von „selber machen“ bereits Testsieger war, wurde die kurzerhand online bestellt. Dabei haben wir uns gleich mal nach diversen Shops umgeschaut und sind diesmal bei www.contorion.de fündig geworden. Montags bestellt, mittwochs per Spedition geliefert.  Gerade wenn wir später  Baustoffe (Acryl, Rohre, Kleber usw.) in rauen Mengen benötigen, könnte sich das als praktisch erweisen. Da haben wir zwischenzeitlich bereits von anderen Bauherren erfahren, dass der Weg über den lokalen Baumarkt eher ein direkter Weg in das eh schon über-strapazierte Bauherrenkonto darstellt…

Getestet wurde die Axt dann auch ausgiebig auf Herz und Nieren getestet… Holz spalten mit der Fiskars X25Mit der 30° Schneide treibt die Axt die Holzstücke wesentlich besser auseinander als die Universaltaxt X15.  Mit 1,8 Kilogramm Kopfgewicht ist trifft die X25 im Vergleich zur X15 auch mit fast dem doppelten Gewicht das zukünftige Brenngut.  In knapp zwei Stunden lässt sich da schon einiges verarbeiten. Insbesondere da es sich um Obstgehölz handelt und sich dies erfahrungsgemäß nicht sauber spalten lässt. Bisher versagte die Axt nur an 3 bis 4 Stücken aufgrund der hohen Astigkeit des Obstholzes.Geschichtetes Brenholz mit der Fisakrs X25 gespaltet - Hus 23Nach zwei Stunden ist noch einiges an Material übrig. Die X25 weist im Übrigen nach dem ersten Durchlauf keine Spuren auf. Die Schneide ist noch einwandfrei und auch die Beschichtung hat  keinerlei Spuren.

Fiskars X25 und Fiskars X15 im Härtetest - Hus 23Die Beschichtung konnte insbesondere Überzeugen, wenn sich die Axt einmal im Holz verklemmt hatte. Vosicht ist hier geboten, wer meint es müsse die Axt samt verklemmten Scheit mit allzu viel Kraft in die Höhe heben: Je nach Wucht löst sich der Scheit dank der Beschichtung wie von Geisterhand von der Axt und macht sich in hoher Flugbahn Richtung Holzarbeiter. In dem Fall ist nur noch Ducken angesagt…