PV-Monteure entlaufen

Nachdem die Monteure der PV-Anlage vergangene Woche wieder von Dannen ziehen mussten, da das Dach noch nicht vollständig gedeckt war, scheinen diese entlaufen zu sein. Trotz mehrmaliger Nachfrage unseres Bauleiters, scheinen die Monteure der Firma GermanPV wohl keine Lust mehr zu haben unsere PV-Panels zu installieren. Das Dach liegt seit einigen Tagen somit mehr oder weniger brach.

Kein SolarInzwischen ist dies ein kleines Ärgernis, denn die Panele und das Montagematerial wurden schlicht im Haus zwischengelagert.

PV ZwischenlagerDa die letzten drei Tage Estrichleger, Firma Acalor und nochmal Estrichleger vor der Tür standen, wurde es langsam Eng. Sowohl bei dem Verlegen der Isolierung, der Installation der Fußbodenheizung und dem Einbringen des Estrichs waren die Panles und das Material schlichtweg im Weg.

Das sich auf auf Nachhaken unseres Bauleiters die Monteure nicht haben blicken lassen, mussten wir nun kurzerhand die Panles ins Freie schaffen. Zwischenzeitlich wurde von unserem Bauleiter ein Montagetermin für den 7. Mai bestätigt. Leider haben sich die Monteure wieder einmal nicht auf der Baustelle blicken lassen. Wir hoffen auf morgen, übermorgen oder vielleicht doch erst nächste Woche…

20150506_151049273_iOSDa am Montag die Rüstung abgebaut wird, hoffen wir also, dass die Monteure in den kommenden zwei Tagen den Weg auf auf die Baustelle finden…

Das erste Bauteil

Die vergangene Woche war nicht weniger nervenaufreibend als die Woche zuvor. Langsam gewöhnt man sich jedoch an die dringenden Anrufe morgens um halb neun.

Unser Netzbetreiber hat sich gemeldet, und die Bestellung unserer Mehrspartenhauseinführung in die Wege geleitet. Auf mehrmalige Nachfrage die Wochen zuvor wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass noch diverse Pläne vorgelegt werden müssten. Plötzlich scheint jedoch alles ganz schnell und wie von alleine zu passieren. Die Firma Elku hatte sich bei unserem Netzbetreiber gemeldet uns sich um alles gekümmert. IUns blieb also nur noch übrig die Bestellung der MHE zu unterzeichnen und abzuschicken. Zwei Wochen sollte dies dauern.

Am Morgen danach erhielten wir vom Lieferanten einen dringenden Anruf, die MHE könne abgeholt werden. Zwei Pakete und 24m Leerrohr. Dank Hänger (jetzt sind wir froh uns gegen ein Baustellenfahrzeug entschieden zu haben) konnten wir also unser erstes Bauteil unseres zukünftigen Hauses abholen.

Hus 23 MHE LeerrohreAuch Clayton hat sich gemeldet und uns unser zweites Bodengutachten, dank Aufpreis innerhalb weniger Tage geliefert. Kurzum: Keine Erdarbeiten bei schlechtem Wetter und Frost, und die unten aufgezeigte Aufschüttung darf nicht mit dem Aushub erfolgen. Leider lässt sich das Material laut Gutachten nicht verdichten und es muss auf sogenannten V1 Material zurückgegriffen werden, das entsprechend verdichtet werden kann. Wir hoffen der Aushub kann zumindest zur Geländemodellierung verwendet werden, um das Abfahren zu vermeiden. Eine Überraschung, auf die wir so kurz vor Baubeginn doch gerne verzichtet hätten. Das nächste Gespräch vor Ort mit Bauleiter, Erdarbeiter und der für die Gründung zuständige Firma wird Klarheit schaffen. Es bleibt also spannend….

Auch Danhaus hatte sich nochmals gemeldet, die Finanzierungsbestätigung lag noch nicht im Original vor. Wir hatten zwar eine Kopie per E-Mail und Fax zugesendet, hatten aber im Eifer des Gefechts vergessen, das Original nachzureichen. Auch das wurde noch kurzfristig erledigt.

Positive Überraschung gab es auf finanzieller Seite dennoch: Die geleistet Mehrwertsteuer der PV-Anlage wurde vom Finanzamt zurückerstattet.  Da wir  umsatzsteuerabzugsberechtigung sind, konnte die Rechnung der PV-Anlage bereits eingereicht werden, nachdem wir diese bereits bei Danhaus bezahlt hatten. Dafür hatten wir kurzfristig den Zahlungsplan angepasst. Danhaus hatte sich hier mehr als flexibel gezeigt. Unser Steuerberater hat das Restliche erledigt. wir hatten uns diesbezüglich bereits sehr früh mit unserem Steuerberater abgestimmt, was hier das beste Vorgehen ist. hier können wir nur raten: Frühzeitig erkundigen und sachkundige Unterstützung holen, sollte die Anschaffung einer PV-Anlage geplant sein.

Die zweite positive Überraschung war dann ein weitere Anrufers des Netzbetreibers. Die Versorgungsleitungen werden nicht auf dem kürzesten weg aus dem Gebäude sondern auf dem direkten Weg Richtung Übergabeschacht ausgeleitet. Dies bedeutet für die Trassenführung etliche Meter weniger Graben und Kabel und somit einige Euros weniger – sprichwörtlich – im Sand versenkt. So hatten wir die Trassenführung ursprünglich auch gewünscht.  Normen, DIN und Vorschriften hatten uns hier jedoch anfangs einen Strich durch die Rechnung gemacht.

 

Die Woche bisher – Es wird stressig

Bauen oder eher die Bauvorbereitung scheint aus wochenlangem Warten und Momenten absoluter Hektik zu bestehen. So stand diese Woche unser Telefon kaum still.

Unser euer Bauleiter ist nun wieder unser ursprünglicher Bauleiter.  Hier hatten wir Glück, dass wir den ursprünglich von Danhaus mitgeteilten Wechsel nicht beim Bauamt angezeigt hatten.

Unser Bauleiter hat uns angesprochen wie weit wir mit der Firma Göllner für die Bodenplatte sind. Gute Frage, daher hat unser Bauleiter einen Termin für Ende Februar mit Bodenarbeiter und der Firma Göllner angefragt. Irgendwie finden wir es gut, dass die beteiligten Partien direkt miteinander sprechen und wir nicht Stille Post spielen. Auch unser Erdarbeiter hat zwischenzeitlich an uns gedacht.

Die Firma Clayton hat sich gemeldet und mitgeteilt, dass das kurzfristig benötigte Bodengutachten innerhalb einer Woche fertiggestellt werden kann. Für dieses Entgegenkommen berechnet Clayton 25% des Pauschalpreises. Aber selbst so ist Calyton noch um die Hälfte günstiger als alle anderen Angebote. Wir erwarten hier keine Überraschungen und haben daher kurzfristig zugesagt.

Auch Danhaus hat sich nochmals gemeldet, die lang ersehnte und inzwischen überfällige Darlehensabtretung lag noch nicht vor. Die Bank wollte noch Unterschriften für eine sogenannte unwiderrufliche Überweisungsanweisung. Danhaus sichert sich mit der Abtretung bei der Bank ab, dass auf jeden Fall bezahlt wird. Die Bank sichert sich so bei uns ab, dass wir es uns doch nicht anders überlegen. Positiv bleibt zu erwähnen: Das ganze Verfahren einschließlich der Abtretung wird uns nicht berechnet. Manche Banken verlangen hierfür eine Gebühr. Sich frühzeitig erkundigen hilft hier den angehenden Bauherren. Nach geleisteter Unterschrift konnten wir die Abtretung an Danhaus faxen und dem geplanten Richttermin steht nichts mehr im Weg.

Beim lokalen Elektrik haben wir bereits angefragt einen Baustromkasten zu mieten. Das klappt wohl ohne weitere Probleme.

Kurz darauf hat sich die Fa. Elku aus Berlin gemeldet und uns das weitere Verfahren erläutert. Elku geht dazu einen kleinen Fragenkatalog durch um sich ein erstes Bild zu verschaffen. Da wir uns schon viele Gedanken über der Elektrikanalge gemacht hatten, konnten wir unserer Pläne noch am selben Abend zusenden. Keine zwei Arbeitstage später lag uns unser Angebot vor: Danhaus hat tatsächliche einen großen Leistungsumfang, und dennoch sind wir bei 4.500 € Zusatzkosten gelandet. In unserer Kalkulation sind ursprünglich 3.000 € für diese Position eingeflossen. Da wir uns noch ein Angebot für Einbausports und eine SAT-Anlage haben erstellen lassen, wurde die Position entsprechend größer. Beide Punkte hatten wir ursprünglich als Eigenleistung geplant. Elku hat noch einige Zusätze eingeplant, von denen uns einige zusagen, andere nicht. Neben den Einbauspots werden wir nun sämtliche Arbeiten von Elku durchführen lassen und den ersten Entwurf entsprechend erweitert. Obwohl die Summe zunächst recht hoch erscheint, sind die Einzeplositionen preislich weit unter dem, was wir ursprünglich angenommen – oder besser befürchtet – hatten.

German PV wird unserer Solaranlage installieren. Da wir zukünftig eine Erweiterung  der PV-Anlage auf unserer Garage in Betracht ziehen, habe wir uns über die Möglichkeit erkundigt. Benötigt wird lediglich ein Leerrohr für die Rückführung der Kabel und ein entsprechender Platz für den zusätzlichen Wechselrichter. Elku haben wir diese Pläne ebenfalls mitgeteilt – das Leerohr zu späteren Einziehen der Kabel als auch die Stromzuführung zur Garage wird von Elku direkt mit ausgeführt.

Am Ende versucht Danhaus noch den vom Bauamt vorgeschriebenen Auflagen nachzukommen. Hier hat das Bauamt von uns den Nachweis nach §10 LBOVVO vor Baufreigabe verlangt. Hier herrscht wohl Verwirrung, wurde versucht die Bestätigung nach §10 EEWärmeG von der Firma Acalor zu erhalten. Diese kann jedoch erst nach Fertigstellung/Übergabe ausgestellt werden. Somit haben wir selbst die Gesetze gewälzt, denn das Baurechtsamt hat uns folgende Einschränkung auferlegt

Die bautechnische Bestätigung nach § 10 Abs. 2 der Verfahrensordnung zur Landesbauordnung -LBOVVO- ist vor Erteilung der Baufreigabe vorzulegen.

Darin steht wiederum

(2) In Genehmigungsverfahren, die nicht unter Absatz 1 fallen, ist eine Erklärung nach Absatz 1 abzugeben, wenn die Voraussetzungen für den Wegfall der bautechnischen Prüfung nach § 18 vorliegen.

Tatsächlich wird auch der Nachweis nach §10 EEWärmeG gefordert. Allerdings nicht vor Baufreigabe.

(G2241) Über die Erfüllung bzw. ersatzweise Erfüllung der Nutzungspflicht nach dem Erneu- erbaren-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) ist der unteren Baurechtsbehörde der Nachweis eines Sachkundigen bzw. Brennstofflieferanten oder Wärmenetzbetreibers ent- sprechend §10 EEWärmeG vorzulegen. Hierzu verweisen wir auf das beiliegende Merkblatt zum Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG).

Bei so vielen §§ 10 kann man tatsächlich schnell den Überblick verlieren…

Am Ende erhielten wir noch Post von Danhaus mit einem Stapel an Dokumenten um der staatlich geforderten Bürokratie gerecht zu werden: Baubeginnsanzeige (unserer Meinung nach kein gutes deutsches Wort) und eine Reihe weitere bereits ausgefüllter Dokumente, die vor den entsprechenden Bauphasen bzw. Abschlüssen an das Bauamt übersendet werden müssen. Glücklicherweise wird uns unser Bauleiter dabei unterstützen, das richtige Dokument zum richtigen Zeitpunkt einzureichen…

Düstere Zeiten für PV-Anlagenbetreiber

Wieder einmal, ein nicht so positive Überraschung: Vor zwei Tagen berichtet die FAZ, dass die derzeitige Regierung plant, die sogenannte EEG-Umlage auch auf kleine PV-Anlagen unter 10 kWp auszuweiten. Bisher sind Betreiber solcher kleiner, meist auf Ein- und Zweifamilienhäusern verbauten Anlagen ausgenommen.

Konkret bedeutet dies, dass auch wir, mit unseren geplanten 3,06 kWp zukünftig in den Genuss kommen diese „Strafe“ zu entrichten. Da es alle Anlagen mit Genehmigung nach dem 23. Januar 2014 betrifft, ist es für uns gleichgültig ob die Anlage noch 2014 oder erst 2015 fertiggestellt wird.

Ein kleines Rechenbeispiel, mit geplanten 3,06 kWp können wir mit einer Mehrbelastung von € 76,50 p.a. rechnen. Mit einem Solarspeicher, wie bei uns geplant ist man hier „doppelt der Mops“, da nicht nur die paar eingespeisten Killowattstunden nicht mehr mit 13 Cent, sondern nur noch mit 9,5 Cent vergütet werden, auch aus dem Speicher verbrauchte Killowattstunde mit dieser Strafgebühr belegt wird.  Je nachdem wie wenig Strom tatsächlich eingespeist wird, könnte dies bedeuten, dass der Betrieb der PV-Anlage ein finanzielles Ad absurdum wird.

Bedenkt man, dass man sich nun noch zusätzlich steuerlich als Gewerbetreibender melden muss, Gewerbesteuer entrichtet, Umsatzsteuer abführt und ggf. einen Steuerberater für die buchhalterischen Aufgaben bezahlt, stellt sich die  Frage ob wir die geplante PV-Anlage tatsächlich realisieren sollen oder anstelle der Investitionssumme von knapp 17.000 € nicht einfach zwei gigantische Dachflächenfenster verbauen sollen. Das geplante Häuschen wäre sicherlich wesentlich hübscher anzuschauen und die Wartungskosten für die PV-Anlage fallen ebenso nicht ins Gewicht.

Würde sich die Umlage auf die reinen eingespeisten Kilowattstunden beziehen, wäre dies vielleicht noch hinzunehmen. Als Selbstverbraucher von Sonnenregie jedoch bestraft zu werden, spricht gegen sämtliche Intentionen einer Marktwirtschaft: Sonnenlicht, verliert durch diese Umlage für Selbstverbraucher seinen Status als freies Gut. Die Verwendung von Sonnenlicht zum Eigenverbrauch hängt nun nämlich von seinen Möglichkeiten ab, diese selbst erzeugten und verbrauchten Killowattstunden entsprechend dem Staat gegenüber zu begleichen und ist somit. Vielleicht wäre es ratsam zukünftig doch ein studierten Betriebs- oder Volkswirt an die Stelle des Bundeswirtschaftsministers zu setzen und nicht einen Germanisten und Soziologen. Für uns ist es derzeit schwer vorzustellen, dass diese Entscheidung der Photovoltaikbranche zuträglich sein wird.

Bleibt abzuwarten, ob und wie sich die Opositon in diesem Fall durchsetzen kann. Für uns hängt davon mitunter die Entscheidung ab, ob wir tatsächlich die PV-Anlage  installieren oder nicht. Nach der Abstimmung am 27.Juni werden wir auf jeden Fall noch einmal alles durchrechnen und der er KfW-Förderung, den Anschaffungs- und Betriebskosten und den zukünftigen Umlagen gegenüberstellen. Diese würde über die Kreditlaufzeit gerechnet, gerade dazu ausreichen um die EEG-Umlage zu entrichten, spätestens ab dann wäre der Eigenverbrauch vielleicht ein Verlustgeschäft. Zum Glück können wir bis zum Einreichen des Bauantrags unsere Ausstattung bei Danhaus abändern.

Quelle 1: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/eeg-umlage-eigenerzeuger-muessen-einheitliche-oekostromumlage-zahlen-12985095.html
Quelle 2: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/eeg-wuetende-proteste-gegen-solar-plan-12986570.html