Die Sache mit dem Silikon

Vor Kurzem haben wir erst ein einem Bericht gehört: Silikon sei der Fluch des Handwerkszunft. Immer wenn die Kunst des Handwerks nicht mehr ausreicht, wird zu Silikon gegriffen… dann und für dauerelastische Fugen in Feuchträumen… oder eben bei Anschlüssen im Fugenbereich.

Wir hatten lange überlegt, ob wir zur gewöhnlichen Silikonfuge oder zu einer Entkopplungsleiste z.B. der Firma Schlüter greifen sollten. Letzteres ist zwar schick abzusehen, aber in unserem Fall nicht zwingend von Vorteil. Wir rechnen damit, dass sich aufgrund der Isolierung unter dem schwimmenden Estrich, unser Fußboden über die Jahre bis zu 10mm senkt. Da reicht die Toleranz der Leiste vielleicht, vielleicht aber auch nicht.  Würden wir hier eine Leiste verlegen, würde diese entweder an der Sockelleiste oder an der Fliese irgendwann reißen. Im schlimmsten Fall beides, aber dann eben mal so oder mal so. Da wir mit de Danhaus Isolierung extra viel Isolierung unter dem Estrich haben, kann das Polystyrol eben auch extra viel schrumpfen… Daher habe wir die Sockelleiste auch sehr sehr knapp an die Fliese gelegt und die Fuge minimal gehalten.

Und da wir es nun handwerklich auch nicht besser wissen, haben auch wir hier zur Silikonspritze gegriffen, denn auch Fugenmörtel zwischen Sockelleiste und Fliese macht kein Sinn. Einerseits aufgrund des bereits zuvor genannten Grunds, zum anderen, da hierdurch eine Schallbrücke entsteht. Laufgeräusche können sich so über die Wände übertragen.

Da Übung bekanntlich den Meister macht, sind wir inzwischen in Umgang mit Silikonspritze und Glättmittel geübt. Hier haben wir einige Tricks gelernt, die beim Umgang mit Silikon hilfreich sind.

Silikon... bäh!Das Material

Nur auf hochwertige Materialien zurückgreifen. Nicht das billige Zeug aus dem Baumarkt, besser man lässt sich im Fachhandel (Baustoffmarkt) beraten. Wir haben Silikon der Firma Otto Chemie verwendet. Kostet zwar mehr, ist aber sehr gut zu verarbeiten. Außerdem bekommen wir hier exakt den Farbton unseres Fliesenmörtes. Dazu gab es noch das zugehörige Glättmittel, auf das man auf keinen Fall verzichten sollte.

Das Werkzeug

Fugenglätter oder Abzieher aus Silikon. Eine Industriesprühflasche, eine hochwertige Spritzpistole und Unmengen an Küchenrollen.

Das Fugenziehen

Klingt ganz einfach, und ist es mit etwas Übung und dem Werkzeug auch. Mit der Spitze wird das Silikon entlang der Ecken gespritzt. Danach mit mit Glättmittel einsprühen und dann möglichst in einem Schwung mit dem Abzieher drüber.

SilkonfugeDer Trick liegt im Glättmittel: Das Silikon klebt nur da, wo es aufgespritzt wurde. Alles was mit dem Glättmittel benetzt ist bleibt vom Silikon verschont. Ohne erweist sich das Silikon als wahres Teufelszeug: klebt überall und ist nahezu nicht mehr zu entfernen. Die Erfahrung hat wohl jeder schon gemacht. Selbst beim Abziehen gibt das Silikon dank Glättmittel kaum klebende Silikonbällchen, die man mit der Küchenrolle vom Abzieher einfach abwischen kann.

Die Kollateralschäden, die sonst beim Arbeiten mit Silikon auftreten lassen sich hier fast vollständig vermeiden. Ohne das Glättmittel erweist sich das Silikon einfach nur als ganz großes Bäh!

Die Nopes

Nachglätten mit dem Finger oder den Fugenglättern verschlimmert das Ergebnis in aller Regel. Zumindest bei uns hat das in den seltensten Fällen geklappt. Lieber das Ganze sauber entfernen und am Tag später nochmal probieren. Vor allem das Glättmittel vorher abwischen.

Spülmittel sollte man auch nicht zum Glätten verwenden, denn das Spülmittel zerstört die fungizide Eigenschaften des Silikons. Außer man verwendet das billige Zeug… da ist aber vermutlich schon alles verloren…

Nachmodellieren wenn sich eine Haut bildet, ist der Super-GAU für die Silikofuge. Das hochwertige Material von Otto Chemie lässt sich ca. 10 Minuten lang bearbeiten, danach bildet sich eine Haut an der Oberfläche. Ab dann ist Hopfen und Malz verloren wenn man noch versucht daran rumzufummeln… Lieber das Ganze sauber entfernen und am Tag… naja, das hatten wir schon mal….

Und da dauerelastische Fugen heutzutage Wartungsfugen heißen, sehen wir uns in fünf Jahren sowieso wieder… dann gibt es ein Bericht darüber, wie man derer gleichen wieder entfernt…

 

 

 

 

 

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