20 Tonnen Mauerscheiben

Neben vielen anderen Dingen, haben wir die letzten Tage den ersten Teil unserer Hangabsicherung fertig gestellt. Über die Diagonale unseres Grundstückes kämpfen wir mit knapp 2,5 Metern Höhenunterschied. Bereits bei der Fertigstellung unseres Planums war es kaum möglich, die ursprüngliche Geländehöhe beizubehalten, da das Planum an den abfallenden Seiten massiv gestützt werden musste. Als unser Erdarbeiter für das Setzen der Zisterne wieder vor Ort war, haben wir die Gelegenheit genutzt, das auf die beiden Nachbargrundstücke abfallende Erdreich abzuziehen, da auch dort bald die Bauarbeiten beginnen.Unser Gelände... vor dem Abstützen... Dank des lehmhaltigen Bodens blieb das Erdreich erst einmal ohne Weiteres stehen. Probleme bereitete nun aber das extrem heiße Wetter, da  das Erdreich beginnt Risse zu bilden und beim nächst besten Unwetter der gesamte Boden abrutscht. Ein Punkt, der den Erdbauern in unserer Region durchaus schlaflose Nächte bereitet, wenn Gräben über mehrere Tage offen bleiben müssen.

Da wir inzwischen den ortsansässigen Garten- und Landschaftsbauer kennen gelernt hatten, haben wir hier kurzerhand den Auftrag vergeben. Als Hilfskraft selbst sprang der Bauherr ein – und ist nun quasi angelernte Aushilfskraft im Landschaftsbau. Gesetzt wurden Mauerscheiben von 1,05 bis 1,55 Metern, wobei die größten Scheiben bis zu einer halben Tonne Gewicht auf die Wage bringen.

Gute 15 Tonnen Mineralbeton haben wir anfahren lassen um ein Fundament auf frostfreie Tiefe zu gründen. Schließlich soll unserer Hangabsicherung nicht beim erst besten Winter Bauschäden aufweisen. Mit Bagger, Schubkarre, Schaufel und Rüttler wurden also gute 40 Meter Fundament ausgehoben, verfüllt und verdichtet.

Das Fundament für die MauerscheibenDanach haben wir den ersten Tag ausschließlich dem Setzen der Ecke gewidmet. Was sich so leicht sagt ist mit dem 500 Kilogramm schweren Stein eine wahre Gedults- und Kraftprobe für Mensch und Maschine. Mit einem Betonfundament versehen gilt es die richtige Höhe zu treffen, und die Ecke in drei Dimensionen korrekt auszurichten.

Unsere erste Ecke Gleich im Anschluss wurden die ersten beiden Seiten gesetzte und mit einer etwas Beton gestützt.  Außerdem überlappen sich die Füße von Mauerscheiben an einer Ecke, wodurch einer der Füße gekürzt werden muss. Den abgeschnittenen Fuß haben wir gleich wieder als Beschwerung verwendet. Damit sich die Mauerscheiben beim Setzten der Nachbarsteine dann nicht mehr im frischen Beton verschieben, durfte das Ganze dann einen ganzen Tag lang aushärten.

Die Mauerscheiben-Ecke von hinten...Nach dem Setzen wurde auf der Rückseite der Steine eine Nackenstütze mit Bewährungsstahl errichtet, um der Konstruktion entsprechend Stabilität zu verleihen.

Die Stützmauer NackenstützeDie Rückseite der Mauerscheiben wurde danach mit Mauerschutzfolie verkleidet und mit Erdreich aufgefüllt. Natürlich immer erst nachdem die einzelnen Abschnitte ausgehärtet waren. Normalerweise werden die Fugen zwischen den Mauerscheiben lediglich mit speziellen Bitumenband abgedichtet um das Ausschwemmen von Erdreich zu verhindern mit. Aufgrund der schlechten Versickerungsfähigkeit unseres Bodens haben wir uns jedoch für einen vollflächigen Schutz mit Mauerschutzfolie entschieden. So hoffen wir das Durchnässen der Mauerscheiben über die Jahre hinweg zu vermeiden.  Über mehrere Tage hinweg entstanden somit nach und nach gute 30 Meter Geländeabsicherung.

Die fast fertige StützmauerNach dem nun die letzten zwei Meter fertig gesetzt haben, gilt es noch drei Wochen auszuharren bis die Garagenfundamente betoniert werden. Erst nach deren Ausschalung kennen wir die endgültige Höhe der Garage und können die letzten 10 Meter der Geländeabsicherung Richtung Straße errichten.

Zwischenzeitlich haben wir ca. 20 Tonnen Mauerscheiben und mehr als 3 Kubikmeter Beton verarbeitet. Der Bauherr ist überdies nun geübt im Bedienen von Betonmischern, Rüttlern und dem Setzten von Mauerscheiben. Trotz allen Mühen werden wir dennoch eine Stufe im Garten haben. Wenn alles wie geplant verläuft, werden wir diese aber mit Naturstein, beispielsweise Muschelkalk, gestaltet.

Da zwischenzeitlich der Termindruck wächst, und die Arbeiten an den Außenanlegen erst für den Herbst vorgesehen waren, fehlen uns nun natürlich diese Tage beim Innenausbau. Da sich die Lieferung unserer italienischen Fliesen jedoch um einen Monat verschoben hat, konnten wir die Zeit zumindest halbwegs nutzen. Außerdem können wir nun dem nächsten Unwetter gelassen entgegen sehen…

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