Das koordinierte Hausanschlussdesaster

Wenn wir in den vergangenen Monaten eines gelernt haben, dann ist es Ruhe zu bewahren. Auf dem Bau passieren einfach zu viele Dinge gleichzeitig und gehen gleichzeitig schief, als dass es lohnenswert wäre, sich darüber aufzuregen.

Heute war beispielsweise das koordinierte Verlegen der Hausanschlüsse geplant. Der Plan sieht so aus: Mehrsparte reparieren, Graben ausheben, Wasserzuleitung verlegen, auffüllen, Telekom, Breitband und Strom verlegen, Graben zuschütten.

Nach kurzer Durchsprache der Trassenführung wurde dann auch schon los gebaggert.

Es geht los... Die Hausanschlüsse kommen...Denn, wie vereinbart standen die Monteure der Elektrofirma um Punkt 8 Uhr vor der Tür. In weiser Vorahnung, hatte der Bauherr schon einmal Urlaub beantragt und war auf dem Weg zur Baustelle. Keine Minute zu früh.

Knappe 15-20 Meter kämpfte sich der Bagger auf eine Tiefe von 1,20 Metern durch den fiesen Schluff.

Die HausanschlusstrasseLeider liegt unser Technikraum auf der entgegengesetzten Seite der Übergabepunkte. Die Entfernung wird sich also vermutlich in der Abrechnung der Erarbeiten widerspiegeln.

Einmal quer durch's GemüsebeetKaum war der Graben ausgehoben, fing der Spaß aber erst so richtig an. Unser Monteur musste nun leider zu einer Störung. Bevor er los musste, lies er es sich nicht nehmen, die für teures Geld erstandene Verlängerung der Mehrspartenhauseinführung zu montieren.

FUBE - MSHObwohl für Nachmittags bereits eine zweite Störung angekündigt war (ja, bei uns sind Störungen wohl planbar), kam er nochmals vorbei und stellte zumindest den Hausanschluss für den Strom fertig.

Hurra! wir haben Strom!Da Strom als auch Deutsche Telekom bei uns von einem einzigen Dienstleister verlegt werden, blieb der Telekom Anschluss heute aufgrund der zweiten Störung im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke. Hier wird der Monteur morgen den Anschluss fertig stellen.

Auch der lang ersehnte Wasseranschluss bleibt auf der Strecke. Mangels Personal konnte sich ein Mitarbeiter der Stadtwerke lediglich über die geplante Position der Wasseruhr und die Position der Einführung in der Mehrsparte erkundigen, bevor auch er wieder los musste. Auch hier soll der Anschluss erst morgen erfolgen.

Da Unitymedia oder Kabel BW zwischenzeitlich bei der Verlegung der Hausanschlüsse nicht mehr mit Netze BW kooperiert, wird hier ein eigener Dienstleister beauftragt. Natürlich handelt es sich nicht um die Firma, die auch alle anderen Anschlüsse herstellt. Das wäre ja zu einfach gewesen. Diesen zu koordinieren ist nun Bauherrensache.

Bereits die Nachfrage nach dem Bearbeitungsstand vergangene Woche bei Unitymedia hatte wenig Vertrauen geschaffen. Man hätte zwar einen Dienstleister beauftragt, aber wüsste nicht welchen. Zum Glück hatte dieser sich noch kurzfristig gemeldet, und nach dem Verlegungstermin erkundigt. Nachdem heute jedoch zur Mittagszeit noch niemand zu sehen war, musste wieder einmal der Bauherr das Telefon schwingen. Man hätte den Auftrag notiert, und die Details stünden auf dem Zettel, man wüsste jedoch nicht, ob der Monteur diesen gelesen hatte. Willkommen im digitalen Zeitalter, denken sich Bauherr und Bauherrin dabei nur… Leider wusste der Monteur nichts von seinem Glück, als dass auch er am kommenden Morgen erst seinen Dient verrichten wird.

Alles in allem war dies wieder ein ernüchternder Termin. Inzwischen sehen wir dem ganzen jedoch gelassen entgegen. Irgendwie wird es schon klappen. Irgendwie klappt es ja immer. Am Ende kostet es doch nur wieder einen Tag Urlaub… Inzwischen sind die Telefonkosten so hoch, dass sich der Wechsel in einen neuen Tarifvertrag des Mobilfunkproviders für den Bauherren gerechnet hat. Auch das kostet etwas mehr. Aber Nerven, Nerven kostet das Ganze nicht mehr…

 

 

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