Richtfest

Am 1. April war es endlich so weit: unser kleines Richtfest wurde ausgerichtet. Wir wollten weder Besen auf dem Dach noch eingemauerte Flaschen im Giebel. Obwohl diese Bräuche heute wohl kaum mehr gepflegt werden, wollten wir so zumindest ein kleines Dankeschön an unserer Zimmerleute richten, die weit entfernt von Zuhause für uns das Häuschen bauen. Eltern, Nachbarn, und die Helfer waren eingeladen. Nachdem wir alles notwendige auf die Baustelle gefahren hatten, haben uns unserer Zimmerleute geholfen Platz im Chaos zu schaffen. Die eigens für den Anlass angeschafften Bierbänke und Tische (eine Investition in die Zukunft) wurden im EG aufgestellt. Das Weihnachtsgeschenk der Bauherrenschwiegereltern, ein modularer Tapeziertisch, wurde dem Wunsch des zukünftigen Schwiegervaters zum Serviertisch umfunktioniert. Quais ein Geschenk mit Eigennutz. Die Bauherreneltern haben für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt. Über so viel Unterstützung freut man sich natürlich in der „heißen“ Bauphase ungemein.

Richtfest im RohbauDie Monteure der Firma Elku wollten die Kabel kaum aus der Hand legen. „Nur noch eins… und noch das hier…“. Nur nach gutem Zureden des Bauherren und  des Poliers, konnten doch auch die Männer überzeugt werden, eine Pause einzulegen.

Den Baum hatten unserer Zimmerleute bereits zuvor in Windeseile am Gerüst befestigt. Gesponsert von den den Bauherreneltern, wurde der Baum zu deren Hausbau vor 15 Jahren gepflanzt und durfte  nun als Richtbaum für ein neues Häuschen dienen. Wie alle Dinge mit Bedeutung wurde dieser von der Bauherrin mit einem Namen versehen: Henriette heißt der Baum. Am Richtbaum waren auch Tücher angebracht, die für die Zimmerleute bestimmt waren. Nachdem ausgefochten war, wer den Richtspruch hält, und die Jungs von Elku endlich das letzte Kabel aus der Hand gelegt hatten, ging es dann auch endlich los.

Hus23 RichtspruchNach dem Richtspruch wurde natürlich angestoßen und dem Brauch entsprechend vom Zimmermann das Glas zerschmettert. Bauherrin und Bauherr hat’s gefreut, dass das Glas am Ende auch zerschellt ist.  Überhaupt scheint es das Wetter dieses Mal gut mit uns gemeint zu haben, auch wenn es ein wenig verrückt gespielt hat. Abwechselnd Regen und Wind, aber Sonnenschein, als die Gäste kamen, gefolgt von abwechselnd Regen und Wind, aber Sonnenschein als der Richtspruch vorgetragen wurde. Es schient fast so als ob sich Sturmtief Niklas für die vergangene Woche entschuldigen wollte. Nach dem Richtspruch wurde Speis und Trank  gereicht. Alle saßen zusammen, und wird haben sogar vergessen ab dann Photos zu machen. Aber so soll es sein. Am späten Abend kam dann auch noch unser Bauleiter vorbei, was uns besonders gefreut hat.

Ein Tipp an alle angehenden Bauherren: Vor dem Richtfest muss man keine Angst haben. Es wird gebaut, und entsprechend wird keine Schickimicki-Party erwartet. Es gilt ein Dank an die Zimmerleute auszusprechen. Uns selbst hat die Seite Richtfest.info einige Tipps gegeben. Wir selbst hatten Glück mit unserem Richtbaum. Ansonsten ist es wohl schwer heute einen Baum auf legalem Weg zu bekommen. Ein Gang zum Gartenfachgeschäft war bei uns erfolglos. Als Tipps kann man sich an das zuständige Forstamt halten, ob es zufällig kleine Bäume gibt, die geschlagen werden. Alternativ kann man sich natürlich Richtkränze im Blumenfachgeschäft binden lassen oder, sollte die Richtung um die Weinachtzeit erfolgen, auf einen Weihnachtsbaum zurückgreifen. Wir haben uns auf jeden Fall über unserer Henriette gefreut und können es kaum abwarten bis es mit unserem Häuschen weiter geht…

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